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	<title>Readers Edition</title>
	<link>http://www.readers-edition.de</link>
	<description>Portal für Bürgerjournalismus in Deutschland</description>
	<pubDate>Mon, 05 Jan 2009 19:03:59 +0000</pubDate>
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		<title>&#8220;Rentenreform als Teil der Reforml&#252;ge&#8221; – ein Redebeitrag von Albrecht M&#252;ller</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Jan 2009 17:15:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Margareth Gorges</dc:creator>
		
	<category>Politik</category>
	<category>Wirtschaft</category>
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		<description><![CDATA[Verantwortlich: Albrecht M&#252;ller &#124; http://www.nachdenkseiten.de/?p=3683
Am 30.10.2008 trafen sich Norbert Bl&#252;m, Oskar Lafontaine, Ottmar Schreiner, Peter Sodann, Sven Kuntze und Albrecht M&#252;ller zu einer &#214;ffentlichen Veranstaltung in Braunschweig. Thema: &#8220;W&#252;rde im Alter - Nein zur Rente ab 67!&#8221;, Moderation: Diether Dehm. Veranstalter waren die Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen und die Fraktionen Die Linke im Nieders&#228;chsischen Landtag und im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Verantwortlich: <a title="Beitr&#228;ge von Albrecht M&#252;ller" href="http://www.nachdenkseiten.de/?author=2">Albrecht M&#252;ller</a> | <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=3683">http://www.nachdenkseiten.de/?p=3683</a></p>
<p>Am 30.10.2008 trafen sich Norbert Bl&#252;m, Oskar Lafontaine, Ottmar Schreiner, Peter Sodann, Sven Kuntze und Albrecht M&#252;ller zu einer &#214;ffentlichen Veranstaltung in Braunschweig. Thema: &#8220;W&#252;rde im Alter - Nein zur Rente ab 67!&#8221;, Moderation: Diether Dehm. Veranstalter waren die Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen und die Fraktionen Die Linke im Nieders&#228;chsischen Landtag und im Bundestag. - Ein Mitschnitt meiner Rede liegt jetzt vor. Da die Analyse der g&#228;ngigen Propaganda und sichtbaren politischen Korruption immer noch aktuell ist, hier die Aufzeichnung mit ein paar, hoffentlich entschuldbaren technischen Schw&#228;chen …</p>
<p><strong>Teil 1: &#8220;Rentenreform als Teil der Reforml&#252;ge&#8221; ein Redebeitrag von Albrecht M&#252;ller</strong></p>
<p><object width="425" height="344"><br />
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<p><strong>Teil 2: &#8220;Rentenreform als Teil der Reforml&#252;ge&#8221; ein Redebeitrag von Albrecht M&#252;ller</strong></p>
<p><object width="425" height="344"><br />
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<p><strong>Teil 3: &#8220;Rentenreform als Teil der Reforml&#252;ge&#8221; ein Redebeitrag von Albrecht M&#252;ller</strong></p>
<p><object width="425" height="344"><br />
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</p>
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		<title>Milliarden f&#252;r Moribunde</title>
		<link>http://www.readers-edition.de/2009/01/05/milliarden-fuer-moribunde/</link>
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		<pubDate>Mon, 05 Jan 2009 16:33:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Holger Finn</dc:creator>
		
	<category>Politik</category>
	<category>Wirtschaft</category>
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		<description><![CDATA[A Change is gonna come: Der k&#252;nftige US-Pr&#228;sident Barack Obama eifert Deutschlands Ex-Klimakanzlerin nach und senkt die Steuern. Nachdem Angela Merkel massive Steuersenkungen und h&#246;here Staatsausgaben im Zuge eines &#8220;Konjunkturpakets II&#8221; f&#252;r richtig und wichtig erkl&#228;rt hat, will auch der neue Mann im Wei&#223;en Haus die Heilung der Weltwirtschaft nicht mehr l&#228;nger blockieren. Nach dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>A Change is gonna come: Der k&#252;nftige US-Pr&#228;sident Barack Obama eifert Deutschlands Ex-Klimakanzlerin nach und senkt die Steuern. Nachdem Angela Merkel massive Steuersenkungen und h&#246;here Staatsausgaben im Zuge eines &#8220;<a href="http://newsticker.welt.de/?module=dpa&#038;id=19972380">Konjunkturpakets II</a>&#8221; f&#252;r richtig und wichtig erkl&#228;rt hat, will auch der neue Mann im Wei&#223;en Haus die Heilung der Weltwirtschaft nicht mehr l&#228;nger blockieren. Nach dem Vorbild der deutschen Regierung, die <a href="http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5gbvozq4qvmEcaGuNVWG7J_PB4zyg">40 Milliarden Euro</a> zur Belebung der Wirtschaft springen l&#228;sst, haut auch Obama noch mal richtig was aus der leeren Staatskasse: Mit <a href="http://www.manager-magazin.de/unternehmen/vwdnews/0,2828,ticker-28152402,00.html">775 Milliarden nagelneuen Dollar</a> wird der moribunde Patient gesundgespritzt, <a href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/368717">mehr als 300 Milliarden davon sollen f&#252;r Steuersenkungen</a> eingesetzt werden, von denen vor allem die Mittelschicht profitieren soll.</p>
<p><strong>Noch mehr billiges Geld wird jetzt heilend wirken</strong></p>
<p>Pro Kopf der Bev&#246;lkerung geben die Amerikaner damit noch einmal 2700 Dollar aus, um die verh&#228;ngnisvolle &#8220;&#196;ra des billigen Geldes&#8221; durch eine v&#246;llig neue Politik des ganz billigen Geldes zu beenden. A Change is gonna come!!! Billiges Geld gilt als Verursacher der &#8220;schlimmsten Rezession&#8221; seit der &#214;lkrise, dem Zweiten Weltkrieg, den 20er Jahren und den Tagen, als die T&#252;rken vor Wien standen, noch mehr billiges Geld wird jetzt heilend wirken.</p>
<p>Dennoch zeigt sich die krisenfeste deutsche Regierung mit 480 Euro nicht ganz so spendabel wie &#8220;unsere amerikanischen Freunde&#8221; (Angela Merkel). Aber im &#8220;Ernstfall&#8221;, das hatte die Klimakanzlerin im Ruhestand ja noch bis zu ihrer Neujahrsansprache beteuert, wird man sicher &#8220;nochmal schnell und entschieden handeln&#8221;.</p>
<p>Quelle: <a href="http://www.politplatschquatsch.com/2009/01/milliarden-fr-moribunde.html">politplatschquatsch.com </a>
</p>
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		<title>Rechtsextremismus brutal und de luxe</title>
		<link>http://www.readers-edition.de/2009/01/05/rechtsextremismus-brutal-und-de-luxe/</link>
		<comments>http://www.readers-edition.de/2009/01/05/rechtsextremismus-brutal-und-de-luxe/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 05 Jan 2009 15:31:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Zbigniew Menschinski</dc:creator>
		
	<category>Vermischtes</category>
	<category>Kultur</category>
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		<description><![CDATA[Wer das Wort &#8220;Rechtsextreme&#8221; h&#246;rt, denkt meistens zuerst an Glatzk&#246;pfe und Springerstiefel, an alkoholisierte und johlende Nenazis in Hooligan-Montur, an &#220;berf&#228;lle auf Wehrlose, Terror und Einsch&#252;chterung, an eine kaum zu unterbietende Primitivit&#228;t in Verhalten, Ansichten und Ausdrucksweise, an verklemmt wirkende und nicht nur sprachlich &#252;berforderte &#8220;F&#252;hrergestalten&#8221;.
Doch der Groll gegen Andersartige und Andersdenkende, das Ressentiment gegen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer das Wort &#8220;Rechtsextreme&#8221; h&#246;rt, denkt meistens zuerst an Glatzk&#246;pfe und Springerstiefel, an alkoholisierte und johlende Nenazis in Hooligan-Montur, an &#220;berf&#228;lle auf Wehrlose, Terror und Einsch&#252;chterung, an eine kaum zu unterbietende Primitivit&#228;t in Verhalten, Ansichten und Ausdrucksweise, an verklemmt wirkende und nicht nur sprachlich &#252;berforderte &#8220;F&#252;hrergestalten&#8221;.</p>
<p>Doch der Groll gegen Andersartige und Andersdenkende, das Ressentiment gegen Schwache und Fremde rumort nicht nur unter kahlgeschorenen Sch&#228;deln. L&#228;ngst tr&#228;gt der Rechtsextremismus auch Markenkleidung, h&#252;llt sich in feines Tuch, in Designer-Jeans und Kaschmir, pflegt einen salopp-zynischen Schickimicki-Slang, kommt pseudowissenschaftlich verbr&#228;mt daher - und hat seine Nischen auch in den Redaktionsr&#228;umen etablierter Medien gefunden, wo man ihn nie vermuten w&#252;rde.<br />
<strong><br />
Pseudowissenschaftliche Versatzst&#252;cke</strong></p>
<p>Der ultramodern gestylte Rechtsextremismus von oben bedient sich gern pseudorationaler &#8220;Argumente&#8221;. Vor allem die ohnehin wissenschaftlich sehr umstrittene Soziobiologie wird von einschl&#228;gig interessierten Kreisen aus dem rechtsradikal angehauchten Milieu gern auf ihre Zwecke hin getrimmt, reduziert und vergr&#246;bert.</p>
<p>Anstatt wie fr&#252;her von &#8220;rassischer H&#246;herwertigkeit&#8221; oder &#8220;vererbter &#220;berlegenheit der Eliten&#8221; zu sprechen, s&#228;uselt man in diesem Dunstkreis heute von &#8220;genetisch fixierten &#220;berlebensvorteilen&#8221;. Anstatt von &#8220;F&#252;hrertyp&#8221; spricht man von &#8220;Alphatier&#8221;, anstatt von &#8220;Ausmerze&#8221; von &#8220;Selektionsdruck&#8221;. Soziale Unterschiede beruhen in den deodorierten Publikationen rechtsextremer Kreise auf &#8220;erblich bedingter Leistungsf&#228;higkeit&#8221;, nicht mehr wie vormals auf Herren- und Untermenschentum.</p>
<p>Das Vokabular hat sich ge&#228;ndert, die Inhalte sind die gleichen geblieben. Wie in der Epoche des Kolonialismus oder w&#228;hrend der Nazizeit will man mit diesen pseudowissenschaftlichen Versatzst&#252;cken suggerieren, gesellschaftliche Missst&#228;nde, Bildungsnachteile lie&#223;en sich nicht ver&#228;ndern, Menschen seien von Geburt an determiniert, durch die Natur aufgeteilt in eine Elite und ein Fu&#223;volk, Siegertypen und Parias, ein f&#252;r allemal klug, t&#252;chtig, dumm oder faul. So soll das Bild einer Kasten- und St&#228;ndegesellschaft in den K&#246;pfen der Leser installiert werden.</p>
<p>Nun haben seit jeher seri&#246;se empirische Untersuchungen immer wieder gezeigt, dass rassistische Vorurteile, dass starre genetische Fixierungen barer Unsinn sind, dass vielmehr die Pr&#228;gung durch Kultur, Erziehung, Zuwendung, Umwelt, Lernen und nicht zuletzt die F&#228;higkeit zur Selbstkritik das Verhalten und die Lebensgestaltung viel entscheidender bestimmen als das erbliche Ger&#252;st. Neuere Egebnisse der Neurobiologie und Genforschung (Eric Kandel, Antonio Damasio, Gert-Jan van Ommen, Craig Venter, Hannah Monyer) zeigen sogar eine noch gr&#246;&#223;ere Flexibilit&#228;t, Ver&#228;nder- und Formbarkeit des Gehirns, der Neuronen und Gene als selbst &#8220;links&#8221; angehauchte Wissenschaftler, wie z.B. Noam Chomsky, sie bisher vermuteten. (siehe dazu DIE ZEIT, 25, 2008: &#8220;Erbgut in Aufl&#246;sung&#8221; und FAZ-Sonntagszeitung, 51, &#8220;Dirigenten im Denkerst&#252;bchen&#8221;)</p>
<p>Der &#8220;fein gek&#228;mmte&#8221; Rechtsextremismus auf Samtpfoten und mit Kreide in der Stimme ignoriert diesen abgesicherten Forschungsstand und hausiert mit Stereotypen aus dem vorletzten Jahrhundert. Dazu geh&#246;rt auch das M&#228;rchen von den unz&#228;hligen Unterschichtfamilien, die angeblich schon &#8220;seit Generationen&#8221; von Sozilahilfe leben. Eine Generation w&#228;hrt circa 25 bis 30 Jahre. Bis 1980 gab es bundesweit nicht einmal 300.000 Menschen, die von Sozialhilfe leben mussten, heute sind &#8220;dank&#8221; Schr&#246;der-Fischer, Merkel-Steinbr&#252;ck rund sieben Millionen Mitb&#252;rger auf Hartz IV angewiesen, darunter mehr als zwei Millionen Kinder. Diesen Menschen einen genetischen Defekt oder eine Konditionierung zur Armut - und das seit Generationen! - zu unterstellen, ist schlicht absurd.</p>
<p><strong>Der &#8220;Gutmensch&#8221;  - ein von rechts goutiertes Stereotyp</strong></p>
<p>Ein weiteres geradezu inflation&#228;r gebrauchtes Stereotyp unter der rechtsradikal angehauchten Schickeria ist der Begriff &#8220;Gutmensch&#8221;. Damit sollen jene ZeitgenossINNen, die Chancengleichheit, soziale und faire Behandlung, vor allem benachteiligter Mitb&#252;rger, einklagen, als Moralapostel mit &#252;berheblichem Arroganzgebaren abgestempelt werden. Sozialkritik wird nicht mehr inhaltlich &#252;berpr&#252;ft, sondern als Charakterfehler hingestellt, der Kritiker wird pers&#246;nlich verunglimpft.</p>
<p>Die Motive f&#252;r die Kritikimmunisierung des rechten Luxussegments liegen nicht nur im politischen, sondern vor allem im psychologischen Bereich. Der Rechtsextremismus de luxe ist vor allem unter der jeunesse doree verbreitet und sonnt sich gern im Gef&#252;hl eigener Hochleistung und Hochwohlgeborenheit. Durch Mahnungen zu sozialer Verantwortung oder durch Konfrontation mit offensichtlichen Ungerechtigkeiten f&#252;hlen diese Teile sich schlicht im Genuss bel&#228;stigt. Die als &#8220;Gutmenschen&#8221; Titulierten sind f&#252;r sie pathologische St&#246;renfriede und Spielverderber.</p>
<p>Die &#252;berzogenen Reaktionen aus der rechten Ecke, die manchmal geradezu ma&#223;lose Verunglimpfung ihrer Kritiker r&#252;hren vor allem daher, dass im Unterbewusstsein der sich elit&#228;r d&#252;nkenden Rechtsextremen rudiment&#228;r immer noch das Wissen schwelt, dass die meisten von ihnen keineswegs aufgrund eigener Leistung zu ihren Privilegien gelangt sind, sondern schlicht durch ererbte Pfr&#252;nde. Das Kratzen am Lack wird daher als schwerer pers&#246;nlicher Affront empfunden.</p>
<p>Der sozialdarwinistisch unterf&#252;tterte Rechtsextremismus de luxe ist aber nicht nur unter den Lesern der JUNGEN FREIHEIT zuhause; er hat auch in den Jugendorganisationen der Union und der FDP seine Anh&#228;nger. Das zeigen die Gedankenspiele zur Beschneidung des Wahlrechts f&#252;r Arbeitslose und Rentner eines Gottfried Ludewig, Bundesvorsitzender des RCDS, der Studentenorganisaton der CDU oder der Vorschlag eines Philipp Mi&#223;felder, Chef der Jungen Union: &#8220;<a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/;art771,1930676">Ich halte nichts davon, wenn 85-J&#228;hrige noch k&#252;nstliche H&#252;ftgelenke auf Kosten der Solidargemeinschaft bekommen (&#8230;) Fr&#252;her sind die Leute schlie&#223;lich auch auf Kr&#252;cken gelaufen.</a>&#8221;</p>
<p><strong>Rechter Zahlensalat und M&#228;rtyrer-M&#228;rchen</strong></p>
<p>Das Luxussegment der Rechtsradikalen versucht aktuell, um den h&#228;sslich-brutalen Rechtsextremismus eine Art M&#228;rtyrerkranz zu flechten und enthemmte Schl&#228;gerbanden als Opfer polizeilicher und medialer Gewalt zu stilisieren. Nachdenklich stimmt, wie es diesen rechtsextremen Dr&#252;ckerkolonnen inzwischen gelingt, sogar ein ehemals kritisches Organ wie den Spiegel ins Bockshorn zu jagen.</p>
<p>Am 26.12.2008 hatte die <a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/1651012_Rechte-schlagen-oefter-zu.html">Frankfurter Rundschau</a> gemeldet, dass die Anzahl rechtsextremer Straftaten dieses Jahr einen neuen Rekordstand zu erreichen droht. Knapp 11.928 rechtsextreme Straftaten seien allein bis Oktober verzeichnet worden. Das lie&#223;e in der vorl&#228;ufigen Statistik zum Jahresende einen Stand von ca. 14.000 rechtsextremen Straftaten bef&#252;rchten.<a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/1651012_Rechte-schlagen-oefter-zu.html"><br />
</a></p>
<p>Nun hat <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,598434,00.html">SPIEGEL online</a> j&#252;ngst den eigenen Beitrag (mit der besorgniseregenden Zahl von 11.928 rechtsextremen Straftaten bis Oktober) mit folgender Begr&#252;ndung aus dem Netz genommen:<br />
&#8220;Tats&#228;chlich liegt die von der FR, anderen Medien und in der Folge auch von SPIEGEL ONLINE berichtete vorl&#228;ufige Zahl von Straftaten bis Ende Oktober 2008 (knapp 12.000) mit mutma&#223;lich rechtsextremem Hintergrund deutlich unter der endg&#252;ltigen Zahl, die das Bundesinnenministerium f&#252;r 2007 ver&#246;ffentlichte (gut 17.600). Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.&#8221;</p>
<p>Der SPIEGEL &#252;bersieht: Die Zahl 17.600 f&#252;r 2007 ist die endg&#252;ltige Gesamtbilanz rechtextremer Straftaten gewesen, die im April/Mai des Folgejahres (!!!) festgestellt wurde. Die Gesamtbilanz liegt  erfahrungsgem&#228;&#223; um 35 bis 40 Prozent h&#246;her als die vorl&#228;ufige Jahresstatistik im Dezember/Januar.</p>
<p>Der SPIEGEL selbst wies im Januar 2006 auf diesen Zusammenhang hin. H&#228;tten die SPIEGEL-Redakteure, anstatt sich von rechtsradikalen Zahlenjongleuren irritieren zu lassen, ihr eigenes Archiv befragt, w&#228;ren sie am 7.1.2006 auf den Beitrag ihres Mitarbeiters Philipp Witrock gestossen, der <a href="http://www.flitz-neumarkt.de/20070107-spon-nazistraftatenmax.pdf">erkl&#228;rt</a>: &#8220;Das Bundesinnenministerium weist darauf hin, dass es sich bislang nur um vorl&#228;ufige Zahlen handelt. Erfahrungsgem&#228;&#223; m&#252;ssen diese bis zur Ver&#246;ffentlichung der abschlie&#223;enden Statistik im Mai dieses Jahres noch deutlich nach oben korrigiert werden, weil die Polizei in der Regel etliche Taten nachmeldet.&#8221;</p>
<p>Die vorl&#228;ufige Statistik zum Jahresende 2008  l&#228;sst einen Stand von rund 14.000 rechtsextremen Straftaten erwarten, die endg&#252;ltige Gesamtbilanz im April 2009 l&#228;sst f&#252;r das Jahr 2008 demnach &#252;ber 20.000 rechtsextreme Straftaten bef&#252;rchten. Diese Zahl von &#252;ber 20.000 muss mit den 17.600 Straftaten der Endbilanz von 2007 verglichen werden. Und das ergibt in der Tat einen besorgniserregenden Zuwachs.</p>
<p>Es ist traurig, wie ein einstmals qualitativ hochstehendes Nachrichtenmagazin sich von Rechtsradikalen an der Nase herumf&#252;hren l&#228;sst und zur Verniedlichung der rechtsextremen Gefahr beitr&#228;gt. Bleibt zu hoffen, dass der Grund der SPIEGEL-Panne samt Werbung f&#252;r die rechtsextreme Szene nicht bei einer Gesinnungsaffinit&#228;t in der Redaktion zu suchen ist, sondern am fehlenden &#220;berblick, an schludriger Recherche und an mangelnder Beherrschung des Prozentrechnens lag.
</p>
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		<item>
		<title>Lasst uns eine Minute innehalten&#8230;</title>
		<link>http://www.readers-edition.de/2009/01/05/lasst-uns-eine-minute-innehalten/</link>
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		<pubDate>Mon, 05 Jan 2009 15:15:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas Lehmann</dc:creator>
		
	<category>Vermischtes</category>
	<category>Internetkultur</category>
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		<description><![CDATA[&#8230; und an diejenigen denken, die in Darfur und in anderen Regionen Afrikas leiden. Seit 2004 verloren dort mehr als 400.000 Menschen ihr Leben, 2,5 Millionen (bis 2006 und es werden immer mehr) wurden zu Fl&#252;chtlingen. Wie ist das vergleichbar mit dem, was derzeit im Nahen Osten passiert?
Ich w&#252;nschte, wir w&#252;rden nicht so arrogant, so [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; und an diejenigen denken, die in Darfur und in anderen Regionen Afrikas leiden. Seit 2004 verloren dort mehr als 400.000 Menschen ihr Leben, 2,5 Millionen (bis 2006 und es werden immer mehr) wurden zu Fl&#252;chtlingen. Wie ist das vergleichbar mit dem, was derzeit im Nahen Osten passiert?</p>
<p>Ich w&#252;nschte, wir w&#252;rden nicht so arrogant, so blind und so unmenschlich sein, nicht so ignorant und nicht so engstirnig. Ich w&#252;nschte mir, dass dieselben Menschen, dieselben Politiker und dieselben Medien, die aus dem, was gerade in Israel und Gaza passiert, so ein gro&#223;es Thema machen, die anderen auch dar&#252;ber informieren k&#246;nnten, was in anderen Gebieten der Welt geschieht - mit derselben Kraft, demselben Mut, mit der gleichen Leidenschaft, denselben Emotionen und derselben Motivation, mit der sie es gerade &#252;ber die Geschehnisse im Nahen Osten tun.<br />
<object width="425" height="344"><br />
<param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/_rGD6FhenyU&#038;color1=0xb1b1b1&#038;color2=0xcfcfcf&#038;hl=de&#038;feature=player_embedded&#038;fs=1"></param>
<param name="allowFullScreen" value="true"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/_rGD6FhenyU&#038;color1=0xb1b1b1&#038;color2=0xcfcfcf&#038;hl=de&#038;feature=player_embedded&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object>
</p>
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		<title>Warum wir heute ein wirtschaftliches B&#252;rgerrecht brauchen</title>
		<link>http://www.readers-edition.de/2009/01/05/warum-wir-heute-ein-wirtschaftliches-buergerrecht-brauchen/</link>
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		<pubDate>Mon, 05 Jan 2009 13:07:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Henrik Wittenberg</dc:creator>
		
	<category>Politik</category>
	<category>Wirtschaft</category>
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		<description><![CDATA[Ohne wirtschaftliche Perspektive, zumal in einem wohlhabenden Land wie dem unseren, ist auch die politische Teilnahme gef&#228;hrdet. Wer permanent die Sicherung seiner Grundbed&#252;rfnisse verfolgen muss, hat wenig Lust, an der politischen Willensbildung teilzunehmen. Ohne Perspektive f&#252;r mein eigenes Leben kann ich auch andere nicht f&#252;r neue gesellschaftliche Perspektiven begeistern.
Erkenntnisse, die auf die Zunahme von gesellschaftlicher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ohne wirtschaftliche Perspektive, zumal in einem wohlhabenden Land wie dem unseren, ist auch die politische Teilnahme gef&#228;hrdet. Wer permanent die Sicherung seiner Grundbed&#252;rfnisse verfolgen muss, hat wenig Lust, an der politischen Willensbildung teilzunehmen. Ohne Perspektive f&#252;r mein eigenes Leben kann ich auch andere nicht f&#252;r neue gesellschaftliche Perspektiven begeistern.</p>
<p>Erkenntnisse, die auf die Zunahme von gesellschaftlicher Exklusion hinweisen, finden sich nicht nur in aktuellen Studien durch Politologen und Soziologen (siehe <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/539/302535/text/">S&#252;ddeutsche Zeitung &#8220;Das Verstummen der Armen&#8221;</a> und <a href="http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2008/2008_226/03.html">&#8220;Dritter Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung&#8221;</a>), sondern sind auch aus Untersuchungen &#252;ber ehrenamtliche Arbeit bekannt: Oft sind es diejenigen, die aufgrund ihrer finanziell abgesicherten Situation (Spitzenverdiener, Rentner mit hoher Rente bzw. Pension) den Luxus von Zeit und Gelegenheit besitzen, sich gesellschaftlich zu engagieren oder als F&#246;rderer von kulturellen Einrichtungen aufzutreten.</p>
<p>Hartz IV-Empf&#228;nger oder Ein-Euro-Jobber sind laut Statistik weniger in ehrenamtlichen Einrichtungen t&#228;tig, ungeachtet des mitunter starken Wunsches nach einem vermehrten pers&#246;nlichen Engagement in diesem f&#252;r unser Gemeinwesen so wichtigen Bereich (Das, am Existenzminimum herumkrebsende, abh&#228;ngig Besch&#228;ftigte ebenso unterrepr&#228;sentiert sind, d&#252;rfte alle, die sich schon in solchen Besch&#228;ftigungsverh&#228;ltnissen &#8220;verwirklichen&#8221; durften, nicht sonderlich &#252;berraschen.).</p>
<p>Dies ist nicht nur ungerecht sondern entspricht auch nicht dem Bed&#252;rfnis vieler Menschen, die vom &#8220;regul&#228;rem&#8221; Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind, jedoch der Gemeinschaft mehr zu geben h&#228;tten und dies auch gerne tun w&#252;rden. Hier besteht die Gefahr, dass das Fundament unserer Gesellschaftsordnung nachhaltig besch&#228;digt wird.</p>
<p>Brauchen wir darum f&#252;r die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und die Teilnahme an demokratischen Prozessen nicht auch ein wirtschaftliches B&#252;rgerrecht (&#8221;Demokratie braucht Sicherheit!&#8221;)? Die Politik(er)-Verdrossenheit und die soziale Verunsicherung steigen in dem Ma&#223;e, wie uns B&#252;rgern das Projekt Globalisierung als &#8220;natur&#228;hnlicher&#8221;, unausweichlicher und kaum gestaltbarer Prozess begegnet, der f&#252;r eine solidarisch gestaltbare Gesellschaftsentwicklung wenig Spielr&#228;ume offen l&#228;sst.</p>
<p>Ein Wirtschaftssystem, das unter ethischen, &#246;kologischen und sozialen Gesichtspunkten funktionieren soll, bedingt allerdings nicht nur einen starken, handlungsf&#228;higen Staat, sondern auch demokratische und wirtschaftliche Freiheit, die uns B&#252;rgern gestattet, den allgemeinen &#8220;Kurs&#8221; auf nationaler und internationaler Ebene mitzugestalten (z.B. durch neue Regeln f&#252;r Arbeits- und Finanzm&#228;rkte, aber auch mit Hilfe von neuen Steuer- und Sozialsystemen).</p>
<p><strong>Demokratische Freiheit</strong> bedeutet: Ich kann mich jederzeit im Rahmen meines B&#252;rgerstatus (Staatsb&#252;rgerschaft/Aufenthaltsberechtigung) an der Weiterentwicklung unseres Gemeinwesens beteiligen, z.B. durch soziale, politische und kulturelle T&#228;tigkeiten. In einem Umfang, den ich selbst f&#252;r angemessen halte. Allerdings ohne dadurch wirtschaftliche oder politische Sanktionen in Form von Arbeitsplatzverlust oder &#8220;Ma&#223;nahmen&#8221; der Sozialb&#252;rokratie bef&#252;rchten zu m&#252;ssen.</p>
<p><strong>Wirtschaftliche Unabh&#228;ngigkeit</strong> bedeutet: Ich muss mir nicht die Bedingungen diktieren lassen, unter denen ich arbeiten muss, da ich ja durch mein wirtschaftliches B&#252;rgerrecht nicht mehr ausschlie&#223;lich vom Lohn als alleiniger Existenzgrundlage abh&#228;ngig bin. Es bedeutet aber auch, dass ich als Konsument im Wirtschaftskreislauf Verantwortung besitze (&#8221;Einkommen verpflichtet.&#8221;). Denn ob es durch die Wahl meiner Produkte und Dienstleistungen auch sozial und fair in den Herkunftsl&#228;ndern und deren Produktionsst&#228;tten zugeht, wird nicht zuletzt durch mein (Kauf-)Verhalten beeinflusst.</p>
<p>Ausgestattet mit einem wirtschaftlichen B&#252;rgerrecht k&#246;nnte ich als Konsument meine Markt- und Konsumentenmacht in einem gr&#246;&#223;eren Umfang ausspielen, in dem ich z. B. Produkte und Dienstleistungen vermehrt unter ethischen und &#246;kologischen Aspekten kaufe bzw. in Anspruch nehme und damit meine Wertvorstellungen zum Ausdruck bringe. Es gibt nicht nur einen &#246;kologischen, sondern auch einen moralischen Fu&#223;abdruck, den wir in dieser Welt hinterlassen.</p>
<p><strong>&#8220;One man, one income&#8221;<br />
</strong><br />
Daf&#252;r sind aber mindestens zwei Dinge notwendig: Erstens, eine aufgekl&#228;rte, demokratische Gesellschaftsordnung, deren B&#252;rger sich ihrer Macht und ihres Einflusses auf den Verlauf der Globalisierung bewusst werden. Und zweitens, ein wirtschaftliches B&#252;rgerrecht (&#8221;Recht auf Einkommen&#8221;), das in Zukunft jedem B&#252;rger den materiellen Hebel zur Durchsetzung seiner Vorstellungen in die Hand gibt (fr&#252;her: &#8220;One man, one vote&#8221; – heute: &#8220;One man, one income&#8221;).</p>
<p>© 2009 <a href="mailto:h.wittenberg@bgekoeln.de">Henrik Wittenberg</a>, K&#246;lner Initiative Grundeinkommen, <a href="http://www.bgekoeln.de/">www.bgekoeln.de</a>
</p>
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		<title>Fundst&#252;cke aus dem Netz: &#8220;Was h&#228;lt die Welt im Innersten zusammen?&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Jan 2009 12:56:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nicole oppelt</dc:creator>
		
	<category>Wissenschaft</category>
	<category>Internetkultur</category>
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		<description><![CDATA[  Ein neues Jahr ist angebrochen. Die Tage der Erholung, des Resetens sind vorbei. Frisch gehen wir wieder an unser Tagewerk und widmen uns den anstehenden Aufgaben. Da werden wie selbstverst&#228;ndlich Emails gecheckt, die neuesten Nachrichten auf dem Ticker zur Kenntnis genommen. Aktuelle Ereignisse flugs verarbeitet. Die Deutsche Welle geht jedoch einen anderen Weg. Sie [...] ]]></description>
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<dd>Rolf-Dieter Heuer steht der Deutschen Welle Rede und Antwort. Photo: screenshot</dd>
</dl>
<p>Ein neues Jahr ist angebrochen. Die Tage der Erholung, des Resetens sind vorbei. Frisch gehen wir wieder an unser Tagewerk und widmen uns den anstehenden Aufgaben. Da werden wie selbstverst&#228;ndlich Emails gecheckt, die neuesten Nachrichten auf dem Ticker zur Kenntnis genommen. Aktuelle Ereignisse flugs verarbeitet. Die Deutsche Welle geht jedoch einen anderen Weg. Sie fragt lieber ganz global: &#8220;Was h&#228;lt die Welt im Innersten zusammen?&#8221;</p>
<p>Als Gespr&#228;chspartner haben sich die Verantwortlichen Herrn <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rolf-Dieter_Heuer">Rolf-Dieter Heuer</a>, frischgebackenen Generaldirektor des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Organisation_f%C3%BCr_Kernforschung">CERN-Instituts</a> ausgesucht. Gemeinsam mit dem studierten Physiker geht die Journalistin Manuela Kasper-Claridge den &#8220;&#252;bergeordneten Dingen&#8221; auf den Grund. Schon zu Anfang wird daher festgestellt: Wir wissen eigentlich, dass wir nichts wissen - erst vier bis f&#252;nf Prozent des Universums versteht die Menschheit derzeit &#252;berhaupt. Nun sieht die Sachlage allerdings etwas anders aus. Prof. Heuer macht deutlich: &#8220;Wir stehen jetzt an der Schwelle zum ersten Verst&#228;ndnis der n&#228;chsten 95 Prozent.&#8221;</p>
<p><strong>Wie funktioniert das System? Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin?</strong></p>
<p>Fragen &#252;ber Fragen, die die Elementare Forschung, welche oft genug an die Grenzen der Philosophie st&#246;&#223;t, seiner Meinung nach auch in Zukunft unabdingbar machen. Denn genau das unterscheide uns eben von allen anderen Kreaturen. Der &#8220;Herr der Teilchen&#8221;, wie er oftmals scherzhaft genannt wird, arbeitet mit seinem Team daher unerm&#252;dlich an der &#8220;fordersten Front&#8221;. Dass da nicht immer alles glatt laufen kann, das muss allerdings auch er eingestehen. Ab und zu kommen aber dann doch Dinge dabei heraus, von denen wir alle profitieren: Das World Wide Web. Und auch hier scheint die n&#228;chste Stufe schon in Vorbereitung.</p>
<p><a href="http://vids.myspace.com/index.cfm?fuseaction=vids.individual&#038;videoid=49611903">Journal Interview | Rolf-Dieter Heuer, Direktor CERN</a><br/><object width="425px" height="360px" ><br />
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</p>
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		<item>
		<title>Tief ist hoch, falsch ist richtig</title>
		<link>http://www.readers-edition.de/2009/01/05/tief-ist-hoch-falsch-ist-richtig/</link>
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		<pubDate>Mon, 05 Jan 2009 10:55:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Holger Finn</dc:creator>
		
	<category>Vermischtes</category>
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		<description><![CDATA[Was nicht passt, wird passend gemacht und was nicht gef&#228;llt, das wird eben einfach nicht gemeldet. Kurz vor Weihnachten war es, als sich Deutschland dank Alois Mannichl und dem Lebkuchenmesser an einem gemeinsamen gro&#223;en und grausamen Feind neu aufrichten konnte. Nicht die Manager und die Spekulanten, nicht die Politiker in den Verwaltungsr&#228;ten und die Fraktionen, [...]]]></description>
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<dd>Photo: via PPQ</dd>
</dl>
<p>Was nicht passt, wird passend gemacht und was nicht gef&#228;llt, das wird eben einfach nicht gemeldet. Kurz vor Weihnachten war es, als sich Deutschland dank Alois Mannichl und dem Lebkuchenmesser an einem gemeinsamen gro&#223;en und grausamen Feind neu aufrichten konnte. Nicht die Manager und die Spekulanten, nicht die Politiker in den Verwaltungsr&#228;ten und die Fraktionen, die Verbriefungen zu Gesetzen hatten werden lassen, waren nun die Schuldigen. Sondern eine v&#246;llig <a href="http://www.politplatschquatsch.com/2008/12/fnfzig-mann-auf-des-toten-mannes-kiste.html">neue Dimension rechtsextremer Gewalt:</a> Ein Skinhead hatte direkt auf einen Polizisten eingestochen, schlimmer als &#8220;jedes Verbrechen der RAF&#8221; war das nach Ansicht des Ortsb&#252;rgermeisters und endlich verga&#223; Deutschland die weltweite Finanzkrise, die Rettungspakete und wackelnden Landesbanken und widmete sich wieder ganz seinem Lebenszweck, dem &#8220;Kampf gegen rechts&#8221;.</p>
<p><strong>Wie wichtig das ist, wurde wenig sp&#228;ter klar. </strong></p>
<p>Die Mannichl-Ermittlungen waren gerade, nun ja, etwas ins Stocken geraten als die renommierte Frankfurter Rundschau zu vermelden wusste, dass ein <a href="http://www.politplatschquatsch.com/2008/12/was-zhlt-sind-zahlen.html">neuer Rekordstand bei der Zahl der rechtsextremen Straftaten</a> erreicht sei. Nie zuvor, die Zeit der Hitler-Herrschaft mal beiseite gelassen, hatten Rechte in Deutschland mehr Verbrechen begangen, indem sie Hakenkreuze zeigten, Lieder sangen und Menschen zusammenschlugen.</p>
<p>Die Zahl, die die FR lieferte, war nun zwar niedriger als die vom letzten Jahr. Doch die Botschaft zu wichtig, sich mit solchen Kleinigkeiten aufzuhalten: 250 deutsche Medien tr&#246;teten das Signal vom &#8220;neuen H&#246;chststand&#8221; wie eine staatliche Propaganda-Kompanie ins Land hinaus (Abbildung oben).</p>
<p><strong>Die Nachricht tanzte dann aber doch nur eine Woche. </strong></p>
<p>Dann kam der &#8220;Spiegel&#8221; und r&#228;umte kleinlaut ein, der vermeldete &#8220;neue H&#246;chststand&#8221; sei gar keiner, selbst wenn man die Jahre von 1933 bis 1945 au&#223;en vor lasse. Richtig sei, dass die Zahl der extremen Straftaten nicht &#8220;extrem gestiegen&#8221; sei, wie die S&#252;ddeutsche Zeitung stolz wie Bolle vermeldet hatte. Sondern ganz im Gegenteil: Sie sei gesunken.</p>
<p>Der &#8220;Spiegel&#8221; musste sich hier bei PPQ <a href="http://www.politplatschquatsch.com/2009/01/zahl-rechtsextremer-straftaten-sinkt.html">daf&#252;r kritisieren lassen,</a> dass er sich nicht nur f&#252;r die Falschmeldung entschuldigt hatte. Sondern die Falschmeldung damit entschuldigt hatte, dass zahlreiche andere Agenturen, Zeitungen und Nachrichtenmagazine denselben Unsinn ebenso ungepr&#252;ft und eifrig herausposaunt hatten.</p>
<p>Zwei Tage sp&#228;ter bleibt nun allerdings festzustellen, dass wir dem &#8220;Spiegel&#8221; bitter, bitter unrecht getan haben. Das einstige Enth&#252;llungsblatt aus Hamburg ist das einzige von 250 deutschen Medienh&#228;usern geblieben, das &#252;berhaupt Veranlassung gesehen hat, seine Leser dar&#252;ber aufzukl&#228;ren, dass die Meldung vom &#8220;neuen H&#246;chststand&#8221; frei erfunden war. Alle anderen bleiben einfach dabei.</p>
<p>Quelle: <a href="http://www.politplatschquatsch.com/2009/01/tief-zu-hoch-falsch-zu-richtig.html">politplatschquatsch.com</a>
</p>
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		<item>
		<title>Wir Konsumenten - vom Aussterben bedroht!</title>
		<link>http://www.readers-edition.de/2009/01/05/wir-konsumenten-vom-aussterben-bedroht/</link>
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		<pubDate>Mon, 05 Jan 2009 10:31:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Norbert Jakobi</dc:creator>
		
	<category>Wirtschaft</category>
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		<description><![CDATA[Die wirtschaftlichen Aussichten f&#252;r 2009 stehen schlecht und diesmal wird es wohl alle treffen. Es scheint so, als w&#252;rde der Kapitalismus in eine Art Sinnkrise geraten. Dieses Dilemma ist nicht erst seit 2008 bekannt, es begann schon mit dem Zusammenbruch des Kommunismus Anfang der 90iger Jahre.
Ab dann war nur noch der Konsument der Sinnstifter f&#252;r [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<dl class="bild">
<dt><img src="http://www.readers-edition.de/wp-content/uploads/2009/01/tezrgd.jpg" /></dt>
<dd>Geld ist wie Mist. Photo: Klaus-Uwe<br />
 Gerhardt via pixelio.de</dd>
</dl>
<p>Die wirtschaftlichen Aussichten f&#252;r 2009 stehen schlecht und diesmal wird es wohl alle treffen. Es scheint so, als w&#252;rde der Kapitalismus in eine Art Sinnkrise geraten. Dieses Dilemma ist nicht erst seit 2008 bekannt, es begann schon mit dem Zusammenbruch des Kommunismus Anfang der 90iger Jahre.</p>
<p>Ab dann war nur noch der Konsument der Sinnstifter f&#252;r die Existenz unseres kapitalistischen Systems. Seinen Wohlstand, so glaubte man, konnte nur mit dem stetigen Anstieg des Bruttosozialproduktes erhalten werden. Den Wirtschaftszyklen wurde ein ewiger Anstieg verpasst. Konflikte m&#252;ssen stets herhalten f&#252;r Spekulationen an den B&#246;rsen. Die Folge war, dass Energie-, Rohstoff-, Lebensmittel- oder Immobilienpreise mit rasantem Tempo gestiegen sind, um hernach wieder ins Bodenlose zu fallen.</p>
<p>Die Marketingexperten waren fortlaufend beansprucht, um uns m&#252;den Konsumkrieger wieder an die Ladenkasse zu locken. Das ging soweit, dass man auch diejenigen am Konsum beteiligen wollte - die es sich eigentlich nicht leisten konnten. Man verf&#252;hrte sie mit „0 Prozent Zinsen&#8221; f&#252;r den „Traum vom Auto&#8221; und f&#252;r „Traumrenditen&#8221; bis 25 Prozent konnte man sein Erspartes anlegen. Am Ende war dies eine gigantische Umverteilung. Aber die den Mund nicht voll genug bekamen, ist nun „Gott sei Dank&#8221; der Brocken im Hals stecken geblieben und einige werden wohl daran zugrunde gehen.</p>
<p><strong>Politik in der Verantwortung </strong></p>
<p>Der Kapitalismus lebt vom Konsum und zum Konsum geh&#246;ren nun mal auch die Konsumenten. Leider vermehren sich die Konsumenten nicht in dem Ma&#223;e, wie unsere Produktion wachsen soll. Wenn aber die Konsumenten vom Aussterben bedroht sind, wer kauft dann noch die Waren? Nat&#252;rlich die &#252;brig bleiben - vor allem die Beg&#252;terten – diese k&#246;nnen sich zwar immer gr&#246;&#223;ere Luftschl&#246;sser bauen, protzige Autos kaufen oder Geld in Kunst anlegen, aber wie lange funktioniert dies noch? D&#252;rfen wir es weiterhin zulassen, dass immer mehr Menschen ihre Arbeit verlieren? Ja, meinen die einen, weil wir ein „soziales Netzwerk&#8221; haben, wo sie „entsorgt&#8221; werden k&#246;nnen. Dieses soziale Netzwerk funktioniert aber Dauer nicht mehr, da es bewusst Menschen ausgrenzt und zu Au&#223;enseitern deklariert. Die Politik ist aber in der Verantwortung daf&#252;r zu sorgen, dass alle sich am gesellschaftlichen Leben beteiligen k&#246;nnen und das ohne Diskriminierung.<br />
Von der Wirtschaft und den Banken k&#246;nnen wir hierzu keine L&#246;sungen erwarten. Deren Vordenker, Manager, Geldverleiher und &#214;konomen kennen immer nur eine Standardl&#246;sung - das ist die Rationalisierung mit den L&#246;sungsans&#228;tzen - Arbeitskr&#228;fte so g&#252;nstig wie m&#246;glich und so viel wie n&#246;tig. Und dies immer mit der Rechtfertigung „… wenn es wir es nicht machen, dann machen es die Anderen&#8221;. Mit den g&#252;nstigen Produktionsstandorten ist man da inzwischen im Land der aufgehenden Sonne angekommen. Nun bleibt nur noch die die Rationalisierung und Automatisierung &#252;brig. Man geht heute schon durch Produktionshallen, die menschenleer sind und ein Bauer erzeugt mittlerweile ein Vielfaches an Lebensmittel, als wie noch vor 100 Jahren. Wer soll das alles am Ende konsumieren?</p>
<p><strong>L&#246;sung Grundeinkommen </strong></p>
<p>Sp&#228;testens jetzt stellt man sich die Frage nach dem Sinn unseres Wirtschaftens. Ist es nicht an der Zeit dieses System von Grund auf zu reformieren? Der Kapitalismus an sich besitzt durch den innewohnenden Wettbewerb, ein ungeheures wirtschaftliches und innovatives Potenzial - dies sollte man auch erhalten. Aber die Stellung des Menschen im System muss ver&#228;ndert werden. Der Mensch soll Mittelpunkt unseres Handels und der hieraus getroffenen Entscheidungen werden und nicht die &#214;konomie. Eine notwendige Voraussetzung hierf&#252;r ist die existenzielle Unabh&#228;ngigkeit aller Glieder der Gesellschaft. Das Grundeinkommen k&#246;nnte dies leisten, sofern dies f&#252;r alle gilt. Es sichert die Existenz des Einzelnen und l&#228;sst ihn - zwar bescheiden - am Konsum teilhaben. Da der Wert des Geldes nur durch die gesamte Gesellschaft erhalten werden kann, w&#252;rde der Geldkreislauf wieder in Schwung kommen und die Grundlage f&#252;r dauerhaftes Wirtschaften auf lange Sicht sicherstellen.<br />
Dazu noch ein altes Sprichwort „ Geld ist wie Mist, liegt es auf dem Haufen stinkt es und verrottet. F&#228;hrt man es aber auf das Feld und pfl&#252;gt es unter, um anschlie&#223;end Samen auszus&#228;en, entsteht daraus wieder neues Leben.“</p>
<p>Photo: Klaus-Uwe Gerhardt via <a href="http://www.pixelio.de/details.php?image_id=152232&#038;mode=search">pixelio.de</a>
</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Zum Tod von Johannes Mario Simmel: Eine Ann&#228;herung</title>
		<link>http://www.readers-edition.de/2009/01/04/zum-tod-von-johannes-mario-simmel-eine-annaeherung/</link>
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		<pubDate>Sun, 04 Jan 2009 15:20:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heinz-Peter Tjaden</dc:creator>
		
	<category>Vermischtes</category>
	<category>Kultur</category>
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		<description><![CDATA[&#8220;Ich habe gelegentlich schreckliche Angst davor, dass es nach dem Tod weitergehen k&#246;nnte&#8221;, ist ein typischer Satz von Johannes Mario Simmel, denn irgendwie muss er doch daran geglaubt haben, dass es nach dem irdischen Dasein weitergeht, denn sonst h&#228;tte er sich nicht vor l&#228;ngeren Reisen zum Grab seiner vermutlich dritten Ehefrau begeben, um mit ihr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Ich habe gelegentlich schreckliche Angst davor, dass es nach dem Tod weitergehen k&#246;nnte&#8221;, ist ein typischer Satz von Johannes Mario Simmel, denn irgendwie muss er doch daran geglaubt haben, dass es nach dem irdischen Dasein weitergeht, denn sonst h&#228;tte er sich nicht vor l&#228;ngeren Reisen zum Grab seiner vermutlich dritten Ehefrau begeben, um mit ihr zu sprechen.</p>
<p>Die Nachrufe, die jetzt auf den im Alter von 84 Jahren Gestorbenen ver&#246;ffentlicht werden, h&#228;tte dieser Bestsellerautor sicherlich mit einer Mischung aus Ironie und Zorn gelesen. Denn er wollte zu Lebzeiten anerkannt werden und nicht erst als Dahingeschiedener. Aber selbst das klappt immer noch nicht so ganz, denn es zeugt von wenig Detailtreue, wenn in fast allen Medien behauptet wird, der 84-J&#228;hrige sei bei Zug gestorben. Ist er nicht. Gestorben ist Johannes Mario Simmel nach Angaben der Stadt Zug in einer Privatklinik in Luzern.</p>
<p><strong>Verliebt in Details</strong></p>
<p>Solche Fehler h&#228;tten diesem Bestsellerautor gestunken, in privaten Briefen hat er jede wichtige Passage unterstrichen, damit der Empf&#228;nger nichts missverstehen konnte, in seinen Romanen war er derma&#223;en verliebt in Einzelheiten, dass so mancher eines seiner B&#252;cher mitnahm, um sich in einer f&#252;r ihn fremden Stadt zurechtzufinden. Darauf war Johannes Mario Simmel stolz - denn auch er fand sich nicht immer auf Anhieb in ungewohnter Umgebung zurecht. Deshalb vermied er Irrfahrten so: &#8220;Ich bitte einen Taxifahrer, bis zu meinem Ziel vor mir herzufahren.&#8221;</p>
<p>Kritiker sind meistens aus anderen Gr&#252;nden vor ihm hergefahren, aus dem R&#252;ckfenster der Hochkultur warfen sie ihm sp&#246;ttische Blicke zu und hatten immer irgendetwas auszusetzen. Diese Blicke haben an ihm genagt, irgendwie - aber irgendwie auch nicht, denn: &#8220;Fr&#252;her haben sie mich nicht gelesen und zerrissen, heute lesen sie mich nicht und loben mich. Ich wei&#223; nicht, was ich davon halten soll.&#8221; Das klang bei ihm allerdings nicht lange nach Resignation, denn bereits wenige Augenblicke sp&#228;ter holte er f&#252;r seine Kritiker die Harke heraus: &#8220;Kompliziert zu schreiben, ist ganz einfach. Das k&#246;nnte ich auch. Einfach zu schreiben, ist kompliziert.&#8221; Auch das ist ein typischer Satz von Johannes Mario Simmel.</p>
<p><strong>Kein einfaches Strickmuster</strong></p>
<p>Die Welt, in der dieser Schriftsteller lebte, hatte eben kein einfaches Strickmuster. Junge Autorinnen und Autoren bedauerte er bereits 1983, weil sie nach seiner Meinung niemals w&#252;rden schaffen k&#246;nnen, was er geschafft hatte: In der Zeitschrift &#8220;Quick&#8221; mit &#8220;Es muss nicht immer Kaviar sein&#8221; einen Fortsetzungsroman schreiben und 1959 wie eine Rakete in den Literaturhimmel schie&#223;en.</p>
<p>&#8220;Danach stieg auch die Auflage meiner anderen B&#252;cher&#8221;, erinnerte er sich vor 25 Jahren immer noch ein wenig erstaunt, &#8220;die Leute wollten wohl wissen, was dieser Kerl sonst noch geschrieben hatte.&#8221; Und schon folgte der n&#228;chste f&#252;r Johannes Mario Simmel typische Satz: &#8220;Ich w&#252;rde dieses Buch nie wieder schreiben. Es war ein Schelmenroman vor dem Hintergrund eines schrecklichen Krieges.&#8221;</p>
<p>Dieser Schriftsteller hat nicht nur seine Leserinnen und Leser hin- und hergerissen. Er war es auch. Kritik lie&#223; ihn l&#228;ngst nicht so kalt wie er manchmal behauptete. Als ich ihm mitteilte, dass ein Sportredakteur geschrieben habe, eine gewisse Mannschaft sei so weit von der deutschen Meisterschaft entfernt wie Simmel vom Literaturnobelpreis, rief er umgehend an: &#8220;Wie hei&#223;t der Mann? Dem schreib ich.&#8221; Auf seine Weise, versicherte er: &#8220;Die Mannschaft will offenbar irgendwann deutscher Meister werden. Ich aber wollte nie den Literaturnobelpreis.&#8221;</p>
<p><strong>Eine Ehe verdr&#228;ngt</strong></p>
<p>In seinen Romanen hat Johannes Mario Simmel mit R&#252;ckblenden die Spannung hoch gehalten, das gelingt hoffentlich auch in diesem Nachruf mit einer R&#252;ckblende: zu &#8220;vermutlich dritte Ehefrau&#8221;. Denn es begab sich bei einem der Gespr&#228;che, die ich mit diesem Schriftsteller gef&#252;hrt habe, dass mein Gegen&#252;ber sich zur&#252;cklehnte und eine Pause machte, die mit dem Satz endete: &#8220;Ich glaube, eine Ehe habe ich verdr&#228;ngt.&#8221;</p>
<p>Ob sie in den bisher ver&#246;ffentlichten Nachrufen mitgez&#228;hlt worden ist, ist so zweifelhaft, wie die Behauptung einiger Redakteure, sie h&#228;tten Johannes Mario Simmel sehr nahe gestanden. In den Krisen, die dieser Autor erlebt hat, konnte er sich wie jeder von uns immer nur auf wenige verlassen. Denen setzte er ein Denkmal: seinem Lektor in der Anfangszeit seiner Schriftstellerkarriere beispielsweise und dem Arzt, der ihn mit einer Romanidee von seiner Alkoholsucht befreite.</p>
<p>Denen verdankte er sein Leben: &#8220;Wenn ich nicht mehr schreiben k&#246;nnte, w&#252;rde ich sterben.&#8221; Es sei denn, es w&#228;re eine sch&#246;ne Frau vorbeigekommen und h&#228;tte ihn abgelenkt, wie bei einer Frankfurter Buchmesse eine bildh&#252;bsche Schriftstellerin aus der Schweiz, die mir aufzeichnete, wie ich zu ihrem Haus k&#228;me, wenn ich sie besuchen wollte.</p>
<p>&#8220;Wenn Sie mit dieser Skizze nichts anfangen k&#246;nnen…&#8221;, lie&#223; Johannes Mario Simmel einen Satz in der Luft h&#228;ngen, den er mit einem Schmunzeln beendete.
</p>
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		<title>&#8220;Von zart bis hart&#8221;: Die Musikini startet in die neue Saison</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Jan 2009 18:51:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion Readers Edition</dc:creator>
		
	<category>Kultur</category>
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		<description><![CDATA[Das &#8220;Heimspiel&#8221; l&#228;utete am vergangenen Freitag lautstark das Neue Jahr ein
Kurz nach Silvester hie&#223; es bereits erneut: Auf ins Wasserhaus. Nach dem gelungenen Abschluss mit der traditionellen X-Mas-Party, lud die Musikinitiative Hammelburg e.V. schon am zweiten Januar alle &#8220;Hartgesottenen&#8221; zu einem Stelldichein der besonderen Art.
Kaum den Kater der vergangenen Nacht &#252;berstanden, folgten am zweiten Tag [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<dl class="bild">
<dt><img src="http://www.readers-edition.de/wp-content/uploads/2009/01/Bild1.JPG" /></dt>
<dd>Ein ums andere Mal flogen Menschen &#252;ber die K&#246;pfe der Anwesenden hinweg. Photo: dani</dd>
</dl>
<p><strong>Das &#8220;Heimspiel&#8221; l&#228;utete am vergangenen Freitag lautstark das Neue Jahr ein</strong></p>
<p><em>Kurz nach Silvester hie&#223; es bereits erneut: Auf ins Wasserhaus. Nach dem gelungenen Abschluss mit der traditionellen <a href="http://www.readers-edition.de/2008/12/28/traditionen-darf-man-nicht-brechen/">X-Mas-Party</a>, lud die <a href="http://musikini.de/">Musikinitiative Hammelburg e.V</a>. schon am zweiten Januar alle &#8220;Hartgesottenen&#8221; zu einem Stelldichein der besonderen Art.</em></p>
<p>Kaum den Kater der vergangenen Nacht &#252;berstanden, folgten am zweiten Tag des Jahres 2009 vor allem die eingefleischten Wasserhaus-G&#228;nger dem Ruf &#8220;ihres&#8221; Vereins und lieferten sich gemeinsam mit vier Bands aus dem Kader der Musikini einen gelungenen Abend, der nichts von den Anstrengungen der letzten Woche sp&#252;ren lie&#223;. Einem Wohnzimmer-Konzert gleich tummelte sich eine illustre Runde um neue und alte Bekannte aus den Kellerr&#228;umen des Domizils. Gemeinsam war man angetreten, lautstark das Neue Jahr willkommen zu hei&#223;en und frei nach dem Motto &#8220;Die Musikini feiert sich selbst!&#8221; die kommende Saison einzul&#228;uten.</p>
<dl class="bild">
<dt><img src="http://www.readers-edition.de/wp-content/uploads/2009/01/Bild2.JPG" /></dt>
<dd>Sebastian Kehl von Black Petty wagte sogar den Sprung ins Publikum. Photo. dani</dd>
</dl>
<p>&#8220;Das war erst unser zweiter Auftritt im Wasserhaus&#8221;, schmunzelte Jens Schneider, Gitarrist der <a href="http://profile.myspace.com/index.cfm?fuseaction=user.viewProfile&#038;friendID=145947302">Ghostbast&#228;rtz</a>, nachdem seine Band den Reigen er&#246;ffnet hatte, sichtlich zufrieden. Erst seit gut einem Jahr ist seine Truppe beisammen und versucht seitdem die so unterschiedlichen Vorlieben der einzelnen Bandmitglieder in ausschlie&#223;lich eigenen Songs unter einen Hut zu bringen. &#8220;Wir haben  schon jetzt eine kleine, aber feine Fangemeinde&#8221;, erz&#228;hlt der junge Musiker sichtlich angetan. Und diese war an diesem Abend auch ordentlich zu Gange. Stets &#8220;Black Gandalf&#8221;, dem stabf&#246;rmigen Markenzeichen des Quintetts folgend, sorgten die G&#228;ste schon zu Beginn des Abends f&#252;r ausgelassene Stimmung auf der Tanzfl&#228;che. Immer neue Besucher str&#246;mten herein und schoben den &#8220;Gute-Laune-Pegel&#8221; aller Anwesenden merklich nach oben. Wild wurden fortan die Haare gesch&#252;ttelt und auch der ein oder andere mutige Stagediver bahnte sich seinen Weg durch das Publikum.</p>
<p><strong>Musik aus der Konserve ist nicht alles</strong></p>
<dl class="bild">
<dt><img src="http://www.readers-edition.de/wp-content/uploads/2009/01/Bild3.JPG" /></dt>
<dd>RMS &#252;berraschte mit neuen Kl&#228;ngen. Photo: dani</dd>
</dl>
<p>&#8220;Von zart bis hart&#8221; – so k&#246;nnte das beschrieben werden, was die Nachwuchsmannschaften aus der Musikini-Schmiede in mehr als drei Stunden Spielzeit zum Besten gaben. Weiche Indie-Kl&#228;nge vermischten sich mit brachialen Punk-Sounds und wieder zur&#252;ck. Auf die ausgelassenen Ghostbast&#228;rtz folgten <a href="http://profile.myspace.com/index.cfm?fuseaction=user.viewprofile&#038;friendid=165479014">Black Petty</a>. Die alten Hasen der Runde, schlugen sogleich eine etwas h&#228;rtere Gangart ein. Seit 2005 bev&#246;lkert die Band um Madlen Wittmann, Sandra Schmelz, Sebastian Kehl und Markus Bahn die Probenr&#228;ume unter dem kleinen Club und sorgte auch zu Jahresanfang daf&#252;r, dass derbe Kl&#228;nge &#252;ber diese hinweg fegten und sich die Nacken der G&#228;ste merklich lockerten. &#8220;Ich bin wirklich positiv &#252;berrascht, dass auch unsere Stammzuschauer den Weg ins Wasserhaus auf sich genommen haben&#8221;, betont Frontfrau Madlen ger&#252;hrt. Stolz sei sie auf alle, die sich von der Couch aufraffen konnten. Toll, das die Hammelburger diese Gelegenheit wahrgenommen h&#228;tten und damit die regionalen Bands unterst&#252;tzten. Musik aus der Konserve ist eben nicht alles. Das bewiesen danach auch <a href="http://profile.myspace.com/index.cfm?fuseaction=user.viewProfile&#038;friendID=168645169">RMS</a>. Seit vier Jahren schmieden Ismael, Raphael, Pascal und David gemeinsam an ihrem Repertoire, das sich zu Jahresbeginn frisch und vor allem mit ungewohnten Klangfarben pr&#228;sentierte. Zu h&#246;ren gab es diesmal nicht nur den gewohnten Deutsch-Punk, sondern auch neue Akzente aus dem Hardcore-Bereich, die einmal mehr das Bestreben nach Weiterentwicklung der Vier zum Ausdruck brachten.</p>
<dl class="bild">
<dt><img src="http://www.readers-edition.de/wp-content/uploads/2009/01/Bild4.JPG" /></dt>
<dd>Other Generation&#8217;s Anthem waren f&#252;r den Schlussspurt zust&#228;ndig.<br />
Photo: dani</dd>
</dl>
<p><a href="http://profile.myspace.com/index.cfm?fuseaction=user.viewProfile&#038;friendID=277958962">Other Generation&#8217;s Anthem</a>, die Erstplatzierten des &#8220;Battle of Bands 2008&#8243;, betraten dann als letzte Formation den schon sichtlich aufgeheizten Parcours, schlugen jedoch eine v&#246;llig andere Richtung ein. Zu vorger&#252;ckter Stunde waren diese Herren mit ihren nachdenklich stimmenden Texten f&#252;r die ruhigeren Momente zust&#228;ndig. &#196;u&#223;erst flexibel zeigte sich dabei vor allem Melvin Beck, der diesmal nicht nur f&#252;r den Gesang, sondern auch f&#252;r die Bearbeitung des Basses zust&#228;ndig war. Jonas Heinkel, eigentlich Bassist der Truppe, war leider verhindert.</p>
<p><strong>Vielfalt statt Mainstream</strong></p>
<p>Gemeinsam sorgten alle Bands mit gut bekanntem, aber auch neuem Songmaterial f&#252;r eine abwechslungsreiche Atmosph&#228;re auf und nat&#252;rlich auch vor der B&#252;hne. Unterschiedlicher h&#228;tte der Startschuss f&#252;r die kommenden zw&#246;lf Monate wirklich nicht sein k&#246;nnen. Rock und Metal krachten da auf die Zuh&#246;rer ebenso ein wie Ambitionen, den &#8220;guten alten Rock retten&#8221; zu wollen.  Ausgesprochen gut nahm sich dieses Vorhaben aus.  Und so kam es, dass auf &#8220;Kill me I&#8217;m evil&#8221;, ein &#8220;No place to hide&#8221; folgte, von da in &#8220;Stasi 2.0&#8243; m&#252;ndete und schlie&#223;lich gar zu einer &#8220;Ode an die Welt&#8221; wurde, die durch das Publikum kr&#228;ftig unterst&#252;tzt wurde.<br />
Das neue Jahr kann nun kommen. Das Wasserhaus scheint bereits jetzt gut eingestimmt. Denn so unterschiedlich wie die hier pr&#228;sentierten Bands zeigt sich auch das Programm des aktuellen <a href="http://www.musikini.de/download/Fahrplan-1-2009web.pdf">Fahrplans</a> – Vielfalt statt Mainstream, das haben sich alle ganz gro&#223; auf die Fahnen geschrieben.</p>
<p>Text: Nicole Oppelt/Sandra Schmelz
</p>
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